Stadt- und Gesamtelternbeiräte in den hessischen Kommunen

Wie funktioniert Beteiligung auf kommunaler Ebene? Wo gibt es gute Beispiele? 

In vielen hessischen Städten und Gemeinden bringen und setzen sich Elternvertretungen  für familienfreundliche Bedingungen in "ihren" Kommunen ein: Zusammen bündeln und formulieren sie Bedürfnisse, Wünsche und Interessen der Familien gegenüber Trägern, Politik und Verwaltung.  

Kinderbetreuung - zukunftsorientierte Herausforderung für Kommunen  

Kinderbetreuung ist eine wichtige kommunale Aufgabe: In den 423 hessischen Städten und Gemeinden sind die Kindertageseinrichtungen wichtige soziale Infrastrukturen für die Familien. 

Gute und bedarfsgerechte Angebote sind für Kommunen von großer Bedeutung: für Bildung und Zukunftschancen der Kinder, für die Attraktivität als Wohnort, für Vereinbarkeit von Beruf und Familie und Fachkräftesicherung. Oft unterschätzt wird ihre Bedeutung für sozialen Zusammenhalt, Integration und das ehrenamtliche Engagement vor Ort: Kitas sind soziale Orte, in denen neue Kontakte und Netzwerke unter verschiedensten Menschen geknüpft werden, die das lokale Miteinander im Sozialraum und der Gesellschaft prägen können. 

Angesichts des demographischen Wandels und steigender Betreuungsbedarfe ist die Weiterentwicklung der Betreuungsangebote für die Kommunen mit großen Herausforderungen verbunden: Hohe Investitionsbedarfe und vorausschauende Planung, der Umgang mit vielfältigen, sich wandelnden Bedürfnissen der Elternschaft erfordern intelligente Lösungen von Politik, Verwaltung und Trägern.

Nah dran bleiben an den Bedürfnissen - Eltern gut beteiligen

Wie sich zeigte, gibt es in den Städten und Gemeinden bereits vielfältige Erfahrungen mit einer Beteiligung der Eltern an der Gestaltung der Kinderbetreuungsangebote und familienfreundlicher Bedingungen vor Ort.

Eltern sind "Experten in eigener Sache" und nah dran am Geschehen. Auch in Hessen gibt es vielerorts bereits Zusammenschlüsse aktiver Elternvertreter. Sie bringen sich aktiv in ihren Kommunen für gute Betreuung ein. 

 

Stadt- und Gesamtelternbeiräte im Netz

Hier findet ihr Beispiele für Stadtelternbeiräte, Gesamtelternbeiräte  mit eigenen Internetseiten, mit Informationen auf den jeweiligen städtischen Seiten, oder deren Satzungen (Ortsrecht) 

Initiative für einen trägerübergreifenden Kita-Elternbeirat in Frankfurt/Main: https://treb-frankfurt.de/

Sie haben ein eigenes ECKPUNKTEPAPIER mit einer Lösung für Frankfurt/Main erarbeitet - mit über 800 Kitas nimmt Frankfurt eine besondere Stellung ein: https://treb-frankfurt.de/2021-07-10_eckpunkte_kita-steb_ffm_tkr.pdf    

Allerdings können Sie auch auf Erfahrungen zurückgreifen, wie man eine funktionierende Struktur mit vielen Kita-Elternbeiräten organisiert: der GEB Frankfurt vertritt die Kita-Eltern aus fast 150 Einrichtungen, die über Regionalelternbeiräte ihren Vertreter*innen in den Gesamtelternbeirat entsenden.      

Arbeitsgemeinschaft der Elternbeiräte (ARGEL) in Bad Vilbel in Absprache mit den Elternbeiräten der KiTas: https://www.bv-argel.de/101-kita-ideen/

Gern nehmen wir auch Ihre/Eure Homepage mit auf!  Bitte sendet einen Hinweis an info@kita-eltern-hessen.de

In vielen Landkreisen gibt es Ansprechpersonen von KitaEltern Hessen. Wir veranstalteten Kreiskonferenzen, um den Austausch und die Vernetzung von Elternbeiräten aus Kommunen mit und ohne Stadt- oder Gesamtelternbeiräten zu fördern.

Über unser Bildungsprogramm der Servicestelle organisieren wir  auch Infoabende für kommunale Elternbeteiligung.

Bei Fragen könnt ihr euch in der Servicestelle melden.     

Elternbeteiligung bei Trägern und Kommunen: Gute Beispiele

(Aus unserer Elternbroschüre 2022, S. 35/36)

Vieles kann innerhalb der Einrichtung geregelt und geklärt werden. Den Leitungen und Trägern kommt dabei eine hohe Verantwortung zu, damit gute Lösungen für die Kinder, die Eltern und das pädagogische Team gefunden werden können.

Bisweilen müssen sie den Eltern vermitteln, was sie selbst nicht ändern oder festlegen können, da kommunale bzw. landesweite Vorschriften zu beachten sind.

Bei vielen konzeptionellen, betrieblichen und organisatorischen Fragen, etwa zur Personalsituation, zu Öffnungszeiten, zur Beitragsgestaltung sind die Kommunen und die Träger der Einrichtungen wichtige Anlaufstellen. Die örtlichen Jugendämter bieten Beratung, etwa bei der Suche nach einem Betreuungsplatz.

Der Bundesgesetzgeber hat zudem im Jahr 2021 die Voraussetzungen für die Beteiligung von Kindern, Jugendlichen und Eltern weiter gestärkt.

In der Corona-Pandemie wurde deutlich, wie wichtig die Information und Einbindung der Elternschaft ist. Viele Träger entwickeln ihre Angebote zur Information, Austausch, Dialog und Mitwirkung kontinuierlich weiter, um Beteiligung und den Dialog zwischen Träger und Elternschaft zu fördern.Kita-Eltern können in Hessen an übergreifenden Planungen und Entscheidungen der Träger und Kommunen in verschiedenen Formen beteiligt und dazu informiert werden.

Kinderbetreuung ist eine kommunale Aufgabe.

In vielen Städten und Gemeinden findet darum ein regelmäßiger Kontakt zwischen den Verantwortlichen und Elternbeiräten aller Kitas statt. So laden z. B. Bürgermeisterinnen und Bürgermeister zu gemeinsamen Gesprächen ein, oder die Fachabteilungen informieren zu spezifischen Kita-Themen.

Für Kita-Stadt- oder Gesamtelternbeiräte werden wichtige formale Aspekte in den kommunalen Satzungen geregelt. Darin sind mit Beschluss der Kommunalparlamente z. B. Zusammensetzung und Aufgaben, Mitwirkungsrechte und Wahlverfahren geregelt.

Wo es von Seiten der Stadt oder Gemeinde keine Beteiligungsangebote gibt, können sich Eltern(beiräte) zu lokalen Arbeitsgemeinschaften zusammenschließen. In vielen anderen Bundesländern gibt es Jugendamtselternausschüsse oder Kreiselternbeiräte. Diese entsenden etwa Vertreterinnen und Vertreter in In vielen anderen Bundesländern gibt es Jugendamtselternausschüsse oder Kreiselternbeiräte. Diese entsenden etwa Vertreterinnen und Vertreter in die Gremien der örtlichen Jugendhilfe und in die Landeselternvertretungen.

Mitwirkung in Kita-Beiräten, Gremien und Arbeitsgruppen

Oft hilft es, wenn aus verschiedenen Perspektiven gemeinsam beraten wird. Darum können Elternvertretungen in kommunalen Gremien wie Fachausschüssen, Jugendhilfeausschüssen oder Arbeitsgemeinschaften nach § 78 SGB VIII gezielt mit in die Beratungen einbezogen werden. Für einzelne Einrichtungen, beim Träger oder in der Kommune werden manchmal Kita-Ausschüsse oder Kita-Beiräte eingerichtet, in denen Eltern gemeinsam mit Fachkräften, Verantwortlichen des Trägers oder der Kommune beraten.